Berichte von 09/2013

Nationalpark Ojców

29Sept2013

Der kleinste Nationalpark Polens liegt 16km nördlich von Krakau. Auf Grund von Karstwasser formte sich hier eine pittoreske Landschaft, welche Schluchten, Täler und Höhlen aufweist. Die saubere Luft, das klare Wasser des Prądnik-Flusses und die mannigfaltigen Herbstfarben bilden einen deutlichen Gegensatz zur Atmosphäre in der Stadt und laden zum Durchatmen an einem warmen Septembertag ein. Zudem befinden sich Aussichtspunkte, eine Burgruine und mehrere Restaurants an den Wegen.

Nationalpark Ojców

Nationalpark Ojców  Nationalpark Ojców  Nationalpark Ojców  Nationalpark Ojców

Nationalpark Ojców

Auf Geheiß des Zaren Nikolai I.

28Sept2013

Nördlich Krakaus auf dem Weg von Skała nach Ojcow kamen wir an einer hölzernen Kapelle vorbei. Das Außergewöhnliche an der Kapelle St. Josef des Handwerkers ist ihr Standort direkt über dem kleinen Fluss Prądnik. Auf Geheiß des Zaren Nikolai I. war es den Einwohnern verboten auf Ojcower Boden sakrale Gebäude zu errichten. Die findigen Kapellenerbauer stellten deshalb den Holzbau auf Pfeilern direkt "auf das Wasser". Der historische Baukörper aus dem Jahre 1901 hat den Grundriss eines Kreuzes und vereint Bauelemente des sogenannten Schweizer-Ojcower und des Zakopane-Stils. Im Inneren befinden sich drei Altäre, die die Form von Bauernhausgiebeln ausweisen.

Kapelle auf dem Wasser  Kapelle auf dem Wasser

Der wahrscheinlich beste Drink der Stadt

27Sept2013

Ist man auf der Suche nach dem besten Drink der Stadt, wird man im DYM (św. Jana 13, direkt gegenüber der Kapelle, die aus dem Raster der Blockrandbebauung fällt) sehr gut fündig. Reingehen, "Kawior" (dt. Kaviar) bestellen und genießen. Zudem zählt die Lokalität zur Architekturszene der Stadt.

Sich einen Überlick verschaffen...

24Sept2013

Will man sich einen Überblick über Krakau mit Umland verschaffen oder ist man auf der Suche nach einem 360°-Panorama ist man auf dem Kopiec Kościuszki genau richtig.

Kopiec Kościuszki

Fertiggestellt wurde der künstliche Hügel im November 1823 zum Gedenken an den Nationalhelden Tadeusz Kosciuszko, welcher 1794 den Aufstand gegen die Teilungsmächte Preußen und Russland anführte. Unter dem 34 Meter hohen Hügel befinden sich mit polnischer und amerikanischer Erde gefüllte Urnen. Diese Erde stammt von Schlachtfeldern auf denen Kosciuszko kämpfte.

Während der österreichisch-ungarischen Zeit wurde eine Zitadelle um den Hügel gebaut, welcher von nun an als strategischer Aussichtspunkt genutzt wurde.

Wawel and power station

 

Panorama Krakau  Panorama Krakau  Panorama Krakau  Panorama Krakau   Kopiec Kościuszki

Luftfahrtmuseum in Krakau

21Sept2013

Als zeitgemäßes Beispiel für Architektur in Krakau ist das Flügeldreieck des Berliner Architekturbüros Pysall.Ruge zu erwähnen, welches auch schon durch die ein oder andere Architektur- und Designzeitschrift gejagt wurde. Natürlich hatte ich mich zuvor schon über das Projekt informiert, den Entwurfsgedanken verinnerlicht und über die Projektfotos gestaunt. Ein wirklich gelungenes Projekt! Darstellung auf ArchDaily und Baunetz.

Steht man dann davor sieht man, wie sehr Architekturphotographie und Wirklichkeit auseinanderliegen und, dass wirklich gute Architektur wirklich eines können muss: Sie muss dem Leben standhalten. Da gibt es Fahnenmasten, Verkehrszeichen, Veranstaltungsplakate, ein Austellungsstück vor dem Gebäude und seltsamerweise zwar nicht markierte Stellflächen, aber trotzdem genügend Platz vor dem eigentlich doch recht repräsentativen Eingang zum Museum um sein Automobil abzustellen. Da es noch einen Besucherparkplatz gibt, schließe ich darauf, dass hier die Angestellten des Museums parken. Das Gebäude wirkt viel wuchtiger von aussen und im Inneren ist es viel dunkler als auf den Fotos...Nevertheless:

Luftfahrtmuseum Krakau

 

Luftfahrtmuseum Krakau Luftfahrtmuseum Krakau Luftfahrtmuseum Krakau Luftfahrtmuseum Krakau Luftfahrtmuseum Krakau Luftfahrtmuseum Krakau Luftfahrtmuseum Krakau Luftfahrtmuseum Krakau Luftfahrtmuseum Krakau 

Hauptpostamt Krakau

19Sept2013

Am süd-östlichen Rande der Altstadt befindet sich das Hauptpostamt Krakaus. Dieses wurde nach Entwürfen des österreichischen Architekten (k.k. Oberbaurat) Friedrich Setz in den Jahren 1887-1889 erbaut. Aus seiner Hand entstanden im Gebiet des österreich-ungarischen Cisleithaniens insgesamt 26 Postgebäude. Diese befinden sich in Bozen, Bregenz, Tschernowitz, Goblanz an der Neiße, Graz, Karlsbad, Laibach, Lemberg, Olmütz, Trient, Triest und Troppau.

Hauptpostamt Krakau

Im Alltag angekommen - der Herbst steht vor der Tür

18Sept2013

...über was schreiben, wenn nichts passiert. Aufstehen, in die Arbeit, den Abend genießen, ins Bett fallen. Der Herbst steht vor der Tür, es wird kühler und die Blätter färben sich...was passt hier nicht besser als das Herbstgedicht Rilkes, ein Gedicht zwischen Depression und großer Hoffnung (als Hintergrundmusik empfehle ich: http://www.youtube.com/watch?v=7oEl-E3ZlMs):

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. 
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren, 
und auf den Fluren laß die Winde los. 

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein; 
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage, 
dränge sie zur Vollendung hin und jage 
die letzte Süße in den schweren Wein. 

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. 
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, 
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben 
und wird in den Alleen hin und her 
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben. 

Kino Wanda

14Sept2013

Auf dem Weg zum Postamt lief ich heute an diesem Supermarkt vorbei:

Kino Wanda

Die auffällige Fassade mit Ornamenten aus der Zeit des Jugendstils, eine lichte Raumhöhe im Inneren von geschätzen 8 Metern und eine Galerie im Inneren machten mich neugierig. Eine kleine Recherche zu dem Gebäude ergab dann, dass hier das Kino Wanda am 16. November 1912 eröffnete und Platz für 500 Zuschauer bot. Die Leinwand bemaß 7,5 auf 5,5 Meter. Ein Photo aus dem Jahre 1930:

Kino Wanda 1930

Manggha Centre of Japanese Art and Technology

13Sept2013

Auch wer nicht unbedingt an japanischer Kunst interessiert ist für den ist das Manggha Centre of Japanese Art and Technology einen Besuch wert. Auf der anderen Seite des Weichsel gegenüber dem Wawel gelegen entsteht hier gerade ein großkörniges Bauwerk nach dem anderen. Das Manggha Museum wurde 1994 von Arata Isozaki, einem japanischen Architekten in Kooperation mit Krakauern Architekten, wie Krzysztof Ingarden, Jacek Ewy and JET Atelier entworfen. Aufgrund der historischen und identitätsstiftenden Umgebung zum Wawel wurde eine neutrale Formensprache gewählt, welche absichtlich ein eher distanziertes Verhältnis zur japanischen wie auch zur polnischen Architektur aufweist.

Manggha Centre of Japanese Art and Technology


Besonders fasziniert an der Ausstellung hat mich die Technik des Tatebanko - eine fast vergessene Darstellungsform sowohl für den Außenraum, als auch den Innenraum.

Tatebanko  Tatebanko

Öffnungszeiten täglich 10.00-18.00 außer Montags, Eintritt für Studenten 10 

Touristisch, aber einen Besuch wert

12Sept2013

Wer nichts gegen ab und an touristisch überlaufene Orte hat, für den ist das Gasthaus Pod Wawelem sicher zu empfehlen. Die Küche hat einen starken bayerischen/österreichisch-ungarischen Einschlag. Für 66 zl kann man sich hier eine Wurst-und Fleischplatte für zwei Personen (würde auch für 4 reichen) bestellen, wobei hier die zwei Bier auch schon mitdabei sind.

Panierte Niere, Leber, Schnitzel, Speck, Blutwurst, Bratwurst, Zwiebeln, Bratkartoffeln, Curryreis bekommt man dann! Sehr zu empfehlen! Prost!

 

Pod Wawelem

Einen Blick an die Fassade werfen

10Sept2013

Fassade ist Ausdruck von Innen nach Außen, 

und macht Eindruck von Außen nach Innen.

Bröckelt die Fassade kann man einen Blick dahinter werfen.

Fassade

Flohmarkt

08Sept2013

Wessen romantische Vorstellungen eines Flohmarktes mit wertvollen antiken, historischen Gegenständen durch allzuviele Klamotten, Kinderspielzeug und Plastik-Zeug aus den 90er Jahren noch nicht zerstört wurden, der wird Sonntags ab 8.00 Uhr auf dem Flohmarkt am Hala Targowa gut fündig. Historische Möbel, Gemälde, goldene Holzrahmen, Säbel und Gewehre, Kronleuchter, Holzkisten etc.

Nowa Huta - Ein Beispiel sozialistischer Stadtplanung

07Sept2013

Würde man Krakau beschreiben, so wäre es eine symphatische Stadt mit Charme, Atmosphäre, historischer Bausubstanz und urbanem Leben. Zudem geprägt durch eine jahrtausend lange Geschichte, Sitz der polnischen Könige, geprägt durch das Zusammenleben von Christen und Juden über Jahrhunderte...

Geht man nach Nowa Huta so hat man das genaue Gegenteil, ein Ort ohne Geschichte, eine Planstadt auf dem Reißbrett entworfen, aus dem Boden gestampft nach der sozialistischen Ideologie - nach einer Ideologie, die keine Religion zulassen wollte.

Das Viertel orientiert sich im Großen und Ganzen an einen Hauptplatz von dem aus fünf Hauptalleen strahlen und die Blockrandbebauung erschließen lassen.

Theater in Nowa Huta

Nowa Huta Nowa Huta Nowa Huta Nowa Huta Nowa Huta Nowa Huta

Heute scheint es der soziale Brennpunkt Krakaus zu sein. Das sonst in ganz Polen geltende Verbot Alkohol in der Öffentlichkeit zu trinken scheint aufgehoben, auf dem zentralen Platz in den die gesamte für circa 220.000 Menschen konzipierte Anlage mündet, (entschuldigen Sie bitte für die direkte Aussprache) uriniert ein Betrunkener direkt vor uns an die Laterne. Es dürfte gerade Mittag gewesen sein. Vom Hauptplatz hat man zudem einen "wunderschönen" Blick auf die Kühltürme des nächsten Kraftwerkes.

Bereits 1952 gründete sich in diesem Stadtteil eine Pfarrgemeinde, welche ein hölzernes Kreuz errichtete. Dem sozialistischem Regime war dieses Kreuz ein Dorn im Auge, da sie ja eine religionsfreie Stadt konzipierten. Folglich kam es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Anwohnern und Gemeindemitgliedern auf der einen und Polizei und Armee auf anderer Seite. Dieser jahrelange Kampf forderte zudem auch Todesopfer. Durch den Einsatz des damaligen Erzbischofs Karol Wojtyla, welcher wiederholte Male, trotz Widerstand der Behörden eine Messe im Freien abhielt, wurde 1965 eine Baugenehmigung für eine Kirche erteilt. Schließlich kam es 1977 zur Fertigstellung der Kirche der Mutter Gottes, der Königin von Polen (poln. auch Arka Pana - Arche des Herrn genannt)

Arka Pana in Nowa Huta

Arca Pana in Nowa Huta Arca Pana in Nowa Huta Arca Pana in Nowa Huta Arca Pana in Nowa Huta Arca Pana in Nowa Huta Arca Pana in Nowa Huta Arca Pana in Nowa Huta

Ähnlichkeiten des Kirchenbauwerks, erbaut nach den Entwürfen des Architekten Wojciech Pietrzyk mit Le Corbusiers Kapelle Notre-Dame-du-Haut de Ronchamp sind nicht von der Hand zu weisen.

Desweitern kann man im Stadtteil Nowa Huta auf die Kosciol Zbawiciela - Kirche antreffen:

Kosciol Zbawiciela  Kosciol Zbawiciela


Deutsche Emailewarenfabrik

06Sept2013

Oskar Schindler übernahm hier 1939 eine stillstehende Emailewarenfabrik und stellte Küchengeräte für die deutsche Wehrmacht her. Etwa 1200 jüdische Zwangsarbeiter die bei ihm angestellt waren, bewahrte er vor der Ermordung in den Konzentrationslagern.

Heute beinhaltet ein Teil des Fabrikgebäudes eine Ausstellung über die Deutsche Okkupationszeit 1939-1945 in Krakau. Die Ausstellung ist realitätsnah und zeitgemäß gestaltet, arbeit mit Hintergrundmusik, unterschiedlichen Materialien und Bodenbelägen und diversen interaktiven Objekten. Sehr sehenswert!

Desweiteren beinhaltet ein anderer Teil des Fabrikgebäudes das MOCAK - Museum of Contemporary Art in Krakow - zu diesem aber an anderer Stelle mehr.

Oskar Schindlerwerke 

Oskar Schindlerwerke  Oskar Schindlerwerke

Cricoteka - Art Museum for Tadeusz Kantor

06Sept2013

Eine der größten und langwierigsten Baustellen der Stadt Krakau befindet sich am Südufer der Weichsel im Westen der ehemaligen Schindlerwerke. Ein Wettbewerb sollte hierfür eine Lösung finden, die denkmalgeschützte Werkstatt zu erhalten. Die Lösung ist ein Brückenbau über das historische Gebäude.

Cricoteka - Art Museum for Tadeusz Kantor

Das Leben ist schön...zumindest in Krakau

05Sept2013

Dies ist der Titel eines Erfahrungsberichtes von Ben Leiffheidt, welcher 2011/12 in Krakau ein Auslandssemester absolvierte. Dieser Bericht begeisterte mich für diese Stadt. Und ich kann es (bis jetzt) eigentlich nur unterstreichen, wobei ich es weniger als München Polens bezeichnen würde, sondern vielmehr als eine Mischung aus Regensburg und Prag, aber letztendlich ist Krakau einfach Krakau. Eine unvergleichbare Stadt im Süden Polens mit soviel Charme und Atmosphäre, die einem nach zehn Semestern Architekturstudium lehrt das Leben zu genießen, fünf Gänge zurückzuschalten, einmal abschalten, Gedanken schweifen zu lassen, ... getreu dem neoterischen Dichtungsideal aus Catulls carmina 5:

Vivamus, mea Lesbia, atque amemus
Rumoresque senum severiorum 
Omnes unius aestimemus assis!

Soles occidere et redire possunt:
Nobis cum semel occidit brevis lux,
Nox est perpetua una dormienda.

Da mi basia mille, deinde centum,
dein mille altera, dein secunda centum,
deinde usque altera mille, deinde centum.

Dein, cum milia multa fecerimus,
conturbabimus illa, ne sciamus 
aut ne quis malus invidere possit,
cum tantum sciat esse basiorum.

Mobil erreichbar...

04Sept2013

...wer für einige Zeit in Polen bleibt ist gut beraten sich zumindest für 5 ztl eine SIM-Karte zu holen, die gibts in jedem kleineren Supermarkt und Rossmann zu finden. Diese Prepaid-Karten beinhalten dann auch schon 5 ztl Guthaben. Bei den meisten wird auch kostenloser SMS Versand ins gleiche Netz angeboten. In Zeiten von whatsapp greift man dann auch mal gerne wieder auf die hier günstigere Variante SMS zurück, wobei zudem sehr viele Cafes etc. freies wifi haben und das telefonieren insgesamt viel billiger ist, als in Deutschland.

Luftfahrtmuseum

03Sept2013

Demnächst schauen wir uns das Luftfahrtmuseum in Krakau an...ich werde berichten. Vorab schon einmal ein Bericht aus dem Baunetz: http://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Luftfahrtmuseum_in_Krakau_eingeweiht_1308629.html

 

Ampeln

03Sept2013

Achja, was einem sehr schnell auffällt, wenn man über eine größere Straße will, die Ampeln schalten nicht alle gleichzeitig um, sondern sehr verschieden, was zu seltsamen Situationen führt und zum Anblick hetzender Menschen, die noch die andere Seite der Straße zu erreichen versuchen. Da hat sich heute morgen auf die Ampel wartend eine ältere Dame zu mir gedreht und irgendwas auf polnisch gesagt und geschmunzelt. Viel habe ich nicht verstanden, aber es ging wohl auch um die seltsame Ampelschaltung. Verwundert also nicht nur Neulinge in der Stadt, sondern auch Einheimische, so scheint mir zumindest...

...auf dem Weg ins Praktikum

02Sept2013

ulica Mikolaja Kopernika

Verständigung und so...

01Sept2013

...so nach einer Woche Aufenthalt in Krakau kann ich sagen, dass man zu 90% mit Englisch weiterkommt. Die restlichen 10% kann man improvisieren :) Have a nice day!

Flohmarktbesuch

01Sept2013

Voller Freude ging es heute morgen auf den Flohmarkt am Plac Nowy im Kazimierz-Viertel. Auf der Suche nach antiken beziehungsweise historischen Gegenständen wurde unsere romantische Vorstellung eines Flohmarktes leider durch viel zu viele Klamotten, Schuhe und Parfums zerstört. Hinzu kam ein Regenschauer welcher uns die heimischen vier Wände aufsuchen lies.