Im Alltag angekommen - der Herbst steht vor der Tür

18Sept2013

...über was schreiben, wenn nichts passiert. Aufstehen, in die Arbeit, den Abend genießen, ins Bett fallen. Der Herbst steht vor der Tür, es wird kühler und die Blätter färben sich...was passt hier nicht besser als das Herbstgedicht Rilkes, ein Gedicht zwischen Depression und großer Hoffnung (als Hintergrundmusik empfehle ich: http://www.youtube.com/watch?v=7oEl-E3ZlMs):

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. 
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren, 
und auf den Fluren laß die Winde los. 

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein; 
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage, 
dränge sie zur Vollendung hin und jage 
die letzte Süße in den schweren Wein. 

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. 
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, 
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben 
und wird in den Alleen hin und her 
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.